Wale und Delphine

Wale und Delphine

So oder noch unscheinbarer sieht ein erster Hinweis auf einen Pottwal aus. Blas! Der Blas eines Pottwals ist eher wolkig, schräg nach vorn links gerichtet und nicht besonders hoch. Ruhige See erleichtert es, die an der Oberfläche ruhenden Tiere zu sehen bzw. überhaupt erst einmal wahrzunehmen.

So sehr wir uns schon an das Leben in Horta gewöhnt haben, es kommt der Tag, an dem wir weiter ziehen müssen. Das nächste Ziel ist nicht weit entfernt: Velas auf der langgestreckten Insel São Jorge. Rund 24 Seemeilen liegen vor uns. Eine fast schon bescheidene Distanz. Knapp 2 Stunden reicht der sparsame Wind (Bft 3), dann stellt er seine Unterstützung ein und die Maschine muß ran. Die Azoren sind bekannt für viele Wale, die man hier antreffen kann. Besonders hervorzuheben sind die Pottwale, die an den Unterwasserhängen der Inselsockel ihre bevorzugte Nahrung, Riesenkalmare, in großen Mengen finden können. Wir hoffen daher, mit etwas Glück einen Blick auf einen Pottwal werfen zu können. Etwa eine Stunde nachdem wir den Motor anwerfen mussten, nordöstlich von Faial nahe der 1.000 Meter-Tiefenlinie, sichtet Anke Blas und ruft gleich darauf „Pottwale!“ Drei Tiere sind in unserer Nähe aufgetaucht. Wir sind unsicher, was das richtige Verhalten ist. Wir wollen die Tiere gerne näher sehen, aber auch nicht verschrecken oder verscheuchen. So behalten wir unseren Kurs bei und schleichen nur noch mit Leerlaufdrehzahl weiter. Die Tiere scheinen sich zunächst nicht für uns zu interessieren. Dann entdeckt Anke in einiger Entfernung zwei springende Pottwale. Und schließlich kommt sogar einer aus der Dreiergruppe auf uns zu. Eingedenk unserer Orca-Begegnungen beunruhigt das schon ein wenig. Doch in noch recht großzügiger Distanz dreht er wieder ab. Wir sind offensichtlich uninteressant. Was uns wiederum enttäuscht. Wie so ein Wal oder Orca es auch macht, stets ist es verkehrt. 😉

Blas hat Anke auf Pottwale aufmerksam gemacht. Die starke Vergrößerung macht außerdem auf ein Staubkorn auf dem Kamerasensor aufmerksam. Was für ein Ärgernis für Martin.
Zufallsergebnis: Beim Versuch einen blasenden Pottwal aufzunehmen, geriet dieser zum Sprung ansetzende Pottwal rein zufällig aufs Bild. Erst beim Betrachten der vielen Fotos entdeckten wir ihn.
Oft springen die Tiere nicht vollständig aus dem Wasser, sondern sie lassen sich seitlich oder wie dieser bäuchlings aufs Wasser fallen. Diese aktiven Tiere überhaupt gesehen zu haben, ist großes Glück. Paula (s.u.), die beruflich bei einem Whale-Watching-Unternehmen arbeitet, wird uns später sagen, dass sie trotz ihrer vielen beruflichen Ausfahrten noch nie springende Pottwale gesehen hat. Meist liegen die Tiere ruhig an der Wasseroberfläche und erholen sich von ihren tiefen Tauchgängen.

Pottwale: Im Gespräch mit Paula lernen wir, dass die Tauchtiefe der weiblichen Tiere bis 1.000 m reicht, die Bullen sogar bis 1.400 m abtauchen. Die Tauchdauer der wesentlich kleineren Kühe beträgt 40 bis 45 Minuten, die der männlichen Tiere bis zu anderthalb Stunden. Jüngere Pottwale tauchen weniger tief und jagen nach kleinerer Beute in den höheren, besser ausgedrückt in den weniger tiefen Unterwasser-Hanglagen. Im Gespräch mit einem Whale-Spotter auf Faial hatten wir bereits erfahren, dass die Beobachter anhand der Ausrichtung der Fluke vorhersagen können, in welcher Richtung und Enttfernung vom Tauchort der Wal wieder auftauchen wird. Das erlaubt ihnen, die Beobachtungsboote dorthin zu dirigieren. Bei anderen Walarten funktioniert das nicht.

Bei einer Wanderung auf unseren „Hausberg“ auf Faial, d.h. der Horta südöstlich vorgelagerten Halbinsel, stolpern wir über einen Whale-Spotter. Er ist in der Regel bereits um sieben Uhr morgens auf dem Posten und kann den Veranstaltern recht früh sagen, ob es eine Chance gibt, Pottwale zu finden oder nicht. Wenn nicht, bieten die Veranstalter von Horta ihren Kunden an, den Ausflug auf einen anderen Tag zu verschieben, oder aber ohne Erfolgsgarantie dennoch rauszufahren. Im Einsatz kommuniziert ein solcher Beobachter per Handy oder UKW-Funke mit den Whale-Watching-Booten draußen auf dem Meer. Der junge Mann freut sich jedenfalls über unser Erscheinen und gibt bereitwillig Auskunft, egal was wir wissen wollen.
Zurück zu unserer Begegnung und einem überraschenden Verhaltens-Wandel: Moment mal, wir wollen die Tiere ja sehen, aber vierkant auf uns zukommen? Das beunruhigt schon, zumal es an unsere Orca-Kontakte erinnert. Und so ein Pottwal bringt ja ein paar bescheidene Kilo mehr auf die Waage. Der hier findet uns allerdings schon auf Distanz langweilig und dreht ab.

Die Begegnung mit den Pottwalen liegt hinter uns. Die Sonne ist nach einer kurzen Pause wieder da und Mago del Sur rauscht über spiegelglattes Meer.

Anke genießt diese ruhige Fahrt (obwohl dies Motoren bedeutet) und versucht die Spiegelungen auf der Wasseroberfläche einzufangen. Wann hat man schon einmal derart spiegelglattes Wasser auf einem Ozean?

Martin schützt derweil Haupt und Augen vor der intensiven Sonne. Eine Anmerkung zur Brille: Die ist mittlerweile denkmalgeschützt, begleitet dieses Exemplar Martin doch seit Argentinien 2005! Ihre Vorgängerin hatte Martin im (damals noch jugendlichen) Übermut in brechenden Brandungswellen bei Fernando de Noronha versenkt.

Trotz der wenigen Meilen unserer Überfahrt sind unsere Begegnungen mit der atlantischen Tierwelt nicht abgeschlossen. Von weitem dachten wir zunächst, eine Algenanhäufung vor uns zu haben. Doch wenig später erkennen wir, dass wir einer Unechten Karettschildkröte (Caretta caretta) begegnet sind.
Zuguterletzt scheuchen wir noch einen Trupp Cory´s Sturmtaucher (Calonectris borealis) auf. Es ist immer wieder witzig, wie diese Vögel beim Start das Wasser treten.
Eleganter Flieger: Corys Shearwater (synonym: Cory´s Sturmtaucher – Calonectris borealis)

In Velas haben wir gezögert und trotz täglicher Begegnung mit einem der Whale-Watching-Anbieter auf einen Ausflug verzichtet. Nachdem sich dann in Angra do Heroísmo, der Inselhauptstadt von Terceira ergab, dass wir wegen des fehlenden Windes länger als geplant bleiben würden, buchte Martin kurz entschlossen eine morgendliche Whale-Watching-Tour, wobei er darauf achtete, dass dieser ein rückenschonendes Gefährt im Portfolio hatte. Dass das ruhige Wetter und die morgendliche Ausflugsvariante der Rückenschonung ebenfalls zuträglich waren, hatte er bereits bedacht. So standen wir für unsere Verhältnisse sehr früh auf, frühstückten entsprechend früh und Martin stand zunächst allein auf der Matte. Anke war mit Magen-Darm unpässlich. Letztlich kam sie auf den letzten Drücker doch noch mit und hat es nicht bereut. Auf dem Weg zum voraussichtlichen Begegnungsort mit Pottwalen begegneten wir recht überraschend Risso Delphinen. Da erstere natürlich im Fokus des Ausflugs standen, nahmen Kapitän Pedro und wissenschaftliche Begleiterin Paula nur kurz Notiz von den Delphinen und weiter gings. Leider ist uns kein Foto der Tiere gelungen.

Unglücklicherweise ganz weit weg und kaum zu fotografieren: Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens). Trotz der Qualitätseinbußen wegen der starken Vergrößerung lässt sich die beulige Melone vor dem Atemloch recht gut erkennen, genauso der „Schnabel“. Dafür sind die beiden vom Unterkiefer nach oben herausstehenden, charakteristischen Zähne durch die kleine Bugwelle verdeckt. An Aufmerksamkeit haben die beiden Tiere, die wir sehen, kein Interesse. Sie tauchen kurz nach der Sichtung ab.
Viel zu weit weg, dennoch wird die spitzige, gebogene Form der Finne des Sowerby-Zweizahnwals recht gut erkennbar. Auf dem Rückweg zum Hafen begegnen uns diese Tiere noch einmal, aber auch beim zweiten Mal sind sie ruckzuck verschwunden.
Blas! Ein Pottwal.
Und noch einer. Auf unserem Ausflug begegnen wir zweimal Pottwalen. Zunächst einem Einzeltier, dann einer Gruppe von wahrscheinlich drei Tieren.
Leider zeigen die Pottwale nur ruhiges Liegen und gelegentlich einen leichten Buckel. Weder tauchen sie mit demonstrierter Fluke ab, noch springen sie. Und somit ist ausgeschlossen, dass man die Tiere überhaupt in ganzer Körpergröße sieht. Das wäre ja auch zuviel verlangt. Auch wenn Paula, unsere Biologin an Bord, sich darüber besonders gefreut hätte. Im Gespräch mit ihr wird uns erst klar, was für ein enormes Glück wir bei der Überfahrt nach São Jorge hatten.
Für Anke und mich eine Premiere: Erstmals begegnen wir Streifen-Delphinen (Stenella coeruleoalba). Nach Paula sind sie sehr aktiv und springen viel, andererseits sind sie nur bedingt an Booten interessiert. In unserem Fall haben sie sich mit einem Trupp Gemeiner Delphine zusammengetan, also spielen sie auch mit denen gemeinsam um unser Boot herum.
Streifen-Delphin. Die spannende Frage: Wann taucht er auf und gelingt dann ein Foto? Meistens nicht. Letztlich zählen die Fotos nicht. Das Entscheidende ist das Erleben, das Glück, diese Tiere sehen zu können.
Gemeine Delphine (Delphinus delphis). Es wirkt wie zwei Elterntiere mit Nachwuchs. In dem gesamten Trupp aus Gemeinen Delphinen und Streifen-Delphinen lassen sich zahlreiche Jungtiere erkennen.
Gemeine Deplhine sind dank ihrer sehr akzentuierten Färbung unverwechselbar. Mutter und Baby.
Atlantische Fleckendelphine (Stenella frontalis) gesellen sich dann auch noch dazu …
… und zuguterletzt finden sich auch noch Große Tümmler (Tursiops truncatus) am Whale-Watching-Boot ein, Artgenossen von Flipper, dem Held der Fernsehserie aus unserer Kindheit: „… Jeder kennt ihn, den klugen Delphin …“.
Wer kommt denn da auf uns zu?
Kurzflossen-Grindwale (Globycephala macrorhynchus) sind es, die unsere Liste komplett machen. Gut zu erkennen der melonenförmige Kopf.

Unser spontan gebuchter Ausflug entpuppt sich als ergiebigster Whale-Watching-Versuch, den wir je unternommen haben. Der Trip auf der Peninsula Valdés in Chile (s.u.) war sicher spektakulärer hinsichtlichen der unmittelbaren Begegnung, doch noch nie hatten wir so viele verschiedene Wal- und Delphinarten in einer so kurzen Zeitspanne erleben dürfen. Letztendlich zählten wir sieben verschiedene Spezies: Gemeiner Delphin, Streifen-Delphin, Atlantischer Flecken-Delphin, Großer Tümmler, Sowerby-Zweizahnwal, Pottwal und Kurzflossen-Grindwal. Als wir den Tag Revue passieren ließen tauchte fast unvermeidlich die Frage auf, welche bzw. wieviele Wal- und Delphin-Arten wir bisher überhaupt in freier Wildbahn haben sehen können. So stöberten wir ein wenig in unseren Annalen und waren selber verblüfft über das Ergebnis, das wir im Folgenden zusammenfassen. 23 Arten sind wir auf unseren Segelreisen bisher begegnet, wobei die oben geschilderte Whale-Watching-Tour erheblich dazu beigetragen hat.

Wale

  • Finnwale (Balaenoptera physalus) – 28.04.2004 – Biskaya. Interaktion: Zwei Tiere kreuzen unseren Kurs, drehen, schwimmen auf uns zu und begleiten Just do it fast 20 Minuten. Sie betreiben anscheinden Boat-Watching.
  • Südkaper (Eubalena australis) – 22.20.2006 – Peninsula Valdés (Whale-Watching-Tour). Sehr viele Südkaper, darunter zwei weiße Varianten, ein adultes und ein Jungtier. Aufrecht im Wasser stehend, Fluke schlagend, halb springend, viele Tiere ruhend oder mit dem Nachwuchs beschäftigt. Interaktion: Ein Tier schwimmt auf das Tourboot zu, taucht unmittelbar davor ab, unter ihm durch und wieder auf, ohne es zu berühren. Nur wenige Zentimeter Abstand.
  • Buckelwal (Megaptera novaeangliae) – 18.02.2007 – Canal Cockburn, Patagonien. Zwei Tiere in einiger Entfernung. Die charakterischen Flipper und Fluken sind gut zu erkennen. Keine Interaktion. / 09.06.2026 – etwa 600 sm westl. der Azoren – mehrere Tiere, vereinzelt springend. Keine Interaktion.
  • Blauwal (Balaenoptera musculus) – 05.04.2007 – Golfo Carcovado, Chile. Mehrere Tiere unmittelbar vor dem Boot auftauchend und querend. Dann wieder abtauchend. Keine Interaktion.
  • Pottwal (Physeter macrocephalus) – März 2008 – westl. der Galapagos. Ein sich aus dem Wasser hebender Pottwal. Keine Interaktion. / 06.07.2026 nördlich Faial auf 1.000m-Tiefenlinie. Zwei Gruppen mit drei und zwei Tieren, letztere springend und halb aus dem Wasser auftauchend und sich seitlich fallen lassend. Interaktion: Ein Pottwal kommt auf uns zu, bricht dann jedoch ab. / 18.07.2026 zwischen Terceira und Sao Jorge. Zunächst einzelner Pottwal, dann eine Gruppe von mindestens drei Tieren. Ruhend. Keine Interaktion.
  • Brydewal (Balaeopteris edeni) – 28.06.2008 – Passage von Bora Bora nach Tonga. Interaktion, spielt mehrere Stunden um das Boot herum und mit dem Boot. Legt sich auf den Rücken und nähert sich so bis zur Berührung. Berührung nicht zu spüren. Auch Fluke schlagend. Interesse am Schleppgenerator (Propellerwirbel).
  • Seiwal (Balaenopterus borealis) – 09.06.2026 – etwa 600 sm westl. der Azoren. Mehrere Tiere, keine Interaktion.
  • Sowerby-Zweizahnwal (Mesoplodon bidens) – 07.02.2024 – Terceira, La Palma (Whale-Watching-Tour). In einiger Entfernung zweimal zwei Tiere sicher wahrgenommen. Keine Interaktion. Scheu, schnell abtauchend.
Südkaper. Muttertier mit atypisch weiß gefärbtem Jungtier. Es gab unter den vielen Südkapern bei der Peninsula Valdés auch ein ausgewachsenes weißes Tier.
Südkaper besitzen zwei Blaslöcher, hier gut zu sehen.
Sehr deutlich zu erkennen die mit Seepocken besetzten Hautwucherungen dieses Südkapers. Diese Hautwucherungen sind ein Charakteristikum der Art.
Aufrecht stehender Südkaper.
Kopfüber geht es auch. Flossenschlagendes Tier. Vor allem bei jungen Bullen kann man das Schlagen mit der Fluke beobachten. Gut, wenn man nicht gerade mit seinem Dinghi dadrunter gerät. 😉
Völlig unerwartet tauchten die Blauwale vor uns auf. Im ersten Moment dachten wir an einen Felsen, den wir übersehenen hätten. Riesentiere, die man wohl nie in ihrer Gesamtheit zu Gesicht bekommen wird.
Immerhin konnten wir das Boot rechtzeitig aufstoppen, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Hier rechts ganz gut zu ahnen, die beiden Blaslöcher. Lautlos und scheinbar ohne Bewegung, wie sie aufgetaucht waren, tauchten sie auch wieder ab in die hier herrschende 300 – 400 m Tiefe.
Ein Brydewal besucht Just do it in der Morgendämmerung und bleibt fast bis Mittag bei uns.
Erstes regelrechtes Auftauchen.
Das Tier hatte sich gerade auf die Seite gedreht und gefühlvoll an den Rumpf von Just do it geschmiegt. Nun zeigt es uns die mit hellen Flächen gezeichnete Bauchseite.

Delphine

  • Kurzflossen-Grindwal (Globicephala macrorhynchus) – 24.02.2005 – kurz vor Fernando de Nornha. Zwei Pilotwale (syn. zu Grindwal). Keine Interaktion. / 07.02.2024 – Tazacorte, La Palma (Whale-Watching-Tour). Mehrere Tiere. Interaktion: Kurzzeitig um das Tourboot herumspielend. / 18.07.2026 – Terceira, Azoren. Mehrere Tiere. Interaktion: Das Tourboot intensiv umspielend. Auch Jungtiere.
  • Gewöhnlicher Grindwal (Globicephala melas) – 10.08.2023 – zwischen Madeira und Ilhas Desertas (Whale-Watching-Tour). Mehrere Tiere. Interaktion: Zum Tourboot kommend und dieses umspielend.
  • Orca (Orcinus orca) – 23.10.2006 – Peninsula Valdés, Argentinien. Zwei Tiere vor Strand patroullierend. Von Land aus erfasst. In dieser Gegend haben die Orcas gelernt, ruhende Robben auf dem Strand (!) zu erbeuten und ins Wasser zu ziehen. / 15.12.2006 – Beagle Kanal auf dem Weg von Bahia Aguirre zur Bahia Relegada. Zwei oder drei Tiere auf große Entfernung / 20.07.2021 – südwestlich Barbate, Spanien. Drei Interaktionen desselben Orca-Weibchens, zweimal mit Jungtier. Die Mutter unterrichtet das Jungtier im tollen Spiel „gegen ein Ruder bumsen“. Dasselbe Tier hat zuvor an einer anderen Yacht (Monohull) und bevor es nach der ersten Interaktion mit dem Jungtier zurückkam, mit einem Katamaran interagiert. / 01.05.2023 – unmittelbar westlich der Almadraba (fest installiertes Thunfischstellnetz) von Zahara unweit Barbate. Zwei Tiere, Interaktion: direkte, heftige Attacke auf das Ruder.
  • Großer Tümmler (Tursiops truncatus) – zahlreiche Begegnungen in Nord- und Südatlantik sowie im Indischen Ozean vor der Küste Jemens auf den Reisen mit Just do it und Mago del Sur. Besonderheiten: In der Lagune von Laguna unterstützen die Tümmler die Fischer beim Fischfang. Vor der Küste Jemens haben Fischer gemeinsam mit Tümmlern gefischt.
  • Streifen-Delphin (Stenella coeruleoalba) – 2021 Sichtung eines Einzeltiers zwischen Menorca und Sardinien, 2026 zahlreiche Exemplare im Rahmen der Whale-Watching-Tour von Terceira aus, mehrere Tiere bei der Etappe von den Azoren nach Porto Santo.
  • Pantropischer Fleckendelphin (Stenella attenuata) – 2025 und 2026 mehrfach Begegnungen im Atlantik und in der Karibik.
  • Atlantischer Fleckendelphin (Stenella frontalis) – 2025 und 2026 mehrfach Begegnungen im Atlantik und im Rahmen der Whale-Watching-Tour bei Terceira.
  • Clymene-Delphin (Stenella clymene) – Februar 2005 – mehrfache Begegnungen bei Fernando der Noronha. Die Tiere schwimmen durch das Ankerfeld und spielen gelegentlich mit Schwimmern. Machen viele Sprünge, bei denen sie um ihre Längsachse rotieren.
  • Gemeiner Delphin (Delphinus delphis) – zahlreiche Begegnungen im europäischen Dunstkreis des Nordatlantik bis hin zu den Azoren auf den Reisen mit Just do it und Mago del Sur.
  • Peale-Delphin (Lagenorhynchus australis) – 10.12.2006 erste Begegnung zwischen Caleta Horno und der LeMaire-Straße. Danach im März 2007 steter Begleiter in den Patagonischen Kanälen. Interaktionen: einmal geleiteten die Tiere uns regelrecht zu einem geeigneten Ankerplatz. Als wir den Anker gesetzt hatten, verschwanden sie. Ein anderes Mal umspielten sie Anke im Banana-Boot, nachdem sie Landleinen ausgebracht hatte. Ein weiteres Mal konnten wir beobachten, wie die Tiere mit einer Plastiktüte eine Art Fangenspiel spielten.
  • Commerson-Delphin (Cephalorhynchus commersonii) – 08.12.2006 – zwischen Caleta Horno und der LeMaire-Straße. Begegnung mit 5 Tieren.
  • Risso-Delphin (Grampus griseus) – 18.07.2026 – Terceira. Flüchtige Begegnung im Rahmen der Whale-Watching-Tour.
  • Schweinswal (Phocoena phocoena) – zahlreiche Begegnungen in Nordsee, westlicher Ostsee und der Weser, seit wir in diesem Revier segeln.
  • Burmeister-Schweinswal (Phocoena spinipinnis) – 05.04.2007 – Golfo Corcovado, Chile. Eine Begegnung.
  • Weißbauch-Delphin (Cephalorhynchus eutropia) – zwei Begegnungen im März 2007 bei Puerto Natales und April 2007 bei der Insel Chiloé, Chile.
Eine spezielle Art des Suchbildes! Vorne links eine Orca-Dame, die auf den kleinen schwarzen Fleck rechts von ihr zuschleicht. Wenn der Fleck, irgendeine Robbe, nicht schleunigst Fersengeld gibt, ist es um sie geschehen. Am Strand sieht man unscharf zahlreiche Seebären und Mähnenrobben. Die örtlichen Orcas haben gelernt, sich mit Schwung auf den Strand gleiten zu lassen, ein unvorsichtiges Tier zu schnappen und sich dann mit dem Opfer wieder zurück in die See zu winden.
Ein kleiner Trupp Commerson-Delphine bringt uns die Kunde von gutem Wind, der uns Richtiung LeMaire-Straße blasen wird.
Commerson-Delphin
Ähnlich wie die Commerson-Delphine besitzen die Peale-Delphine eine kurze Schnauze. Die Körperfärbung unterscheidet sich allerdings extrem, so dass man die Arten nicht verwechseln kann.
Anke hat in einer der vielen Caletas Patagoniens die Landleinen ausgebracht. Sie wurde die ganze Zeit von Peale-Delphinen beobachtet und nun toben sie um das Banana-Boot herum.
Eine erstaunliche Kooperation: Die Fischer von Laguna schlagen mit ihren Netzen auf die Wasseroberfläche. Die Großen Tümmler, die in der Lagune leben, kennen dieses Signal und treiben daraufhin Fisch zu den Fischern. Die brauchen nur noch die Wurfnetzte auszuwerfen. Anschließend wird der Fang geteilt. Flipper kennt ja jeder – zumindest, wenn er halbwegs unser Jahrgang ist 😉- daher haben wir auf Fotos verzichtet, zumal oben schon ein Großer Tümmler berücksichtigt wurde.

Und schon wieder ist der Beitrag so furchtbar lang gworden. Dabei hatten wir uns (besonders Martin) fest vorgenommen, uns kurz zu fassen. Was soll man machen? Vielleicht klappt es ja nächstes Mal.

Seht es uns nach und bis dahin:
Immer schön mit Fluke oder Flosse winken! So wie die Karettschildkröte.

Martin und Anke.

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