Orca-News

Orca-News

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Stand: 12.06.2024
Dies ist eine neue und aktuelle Zusammenstellung der wichtigsten Informationen rund um die Iberischen Orcas. Verfasser sind – man glaubt es kaum – Martin und Anke Birkhoff. Da wir zugleich auch TO-Stützpunkt sind, wollen wir möglichen Missverständnissen zuvorkommen und weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Orca News eine persönliche Zusammenstellung sind. Sie gibt unsere, nicht jedoch zwingend die Meinung von Trans-Ocean e.V. oder des Vorstands von Trans-Ocean e.V. wieder.

Im Laufe der ersten Monate des Jahres 2024 wurde von verschiedenen Seglern die Ansicht vertreten, die Gefahr von Orca-Interaktionen habe abgenommen, da in diesem Zeitraum relativ wenig Berichte zu Orca-Sichtungen und Orca-Interaktionen auftauchten. Vor dieser Einschätzung möchten wir eindringlich warnen. Eine scheinbar geringe Aktivität heißt keinesfalls, dass es nicht nach wie vor ein erhebliches Risiko einer Orca-Begegnung und auch einer unschönen Interaktion gibt. Die scheinbar geringen Zahlen können verschiedene Ursachen haben. So kann der schlichte Umstand, dass in diesen Monaten keine Segelsaison ist und wenige Boote unterwegs sind, eine Rolle spielen. Wenig aktive Boote führen notwendigerweise zu wenig Interaktionen. Auch dürfte eine Rolle spielen, dass sich eine große Zahl der Segler an die aus unserer Sicht sinnvollen Empfehlungen des spanischen Ministerio de Transportes, Movilidad y Agenda Urbana (MITECO) sowie von www.orcas.pt und CIRCE halten.

Ausgesprochen unglücklich ist, dass einige Organisationen nach wie vor nach unserer Überzeugung überholte und für die betroffenen Yachten u.U. fatale Empfehlungen geben, wie die, im Falle einer Interaktion zu stoppen. Natürlich ist es letztlich gewagt, den aktuellen Vorfall, den Untergang der Albóran Cognac am 12.05.2024 in marokkanischen Gewässern damit zu begründen, dass die Crew das Boot bei der Orca-Interaktion offenbar aufgestoppt hat. Doch die Empfehlung, bei einer Interaktion aufzustoppen muss man nach wie vor als überholt ansehen.

Situation

Seit 2020 interagieren Orcas der iberischen Subpopulation mit Yachten auf eine Weise, bei der es teils zu erheblichen Schäden kommt. Im Allgemeinen fokussieren sich die Orcas auf die Ruder der Boote. Nach aktuellem Stand sind in der Folge 5 Yachten und 2 marokkanische Fischerboote gesunken. Im Februar 2024 lagen 673 nachweisliche Berichte von Interaktionen vor (ZERBINI et al. 2024, S. 5), wobei die Zahl seitdem weiter zugenommen hat.

Die Interaktionen stellen ein navigatorisches Risiko in wenigen und bekannten, also überschaubaren Seegebieten dar, auf dass sich Segler vorbereiten können und müssen. Wie bei anderen Risiken (Mensch über Bord, Eisberge bei Grönland, Squalls in Passatwindzonen) gilt es, durch gewissenhafte Information, sorgfältige Törnplanung und wachsamen Ausguck die Eintritts-Wahrscheinlichkeit zu verringern. Durch Vorbereitung auf den Ernstfall lassen sich Auswirkungen reduzieren. Dazu soll dieser Text beitragen.

Orca-Wanderungen

Im Winter hält sich die Population der Iberischen Orcas mehr oder weniger geschlossen in der Straße von Gibraltar auf. Im Frühjahr splittet sich die Population in mehrere Untergruppen. Einige ziehen die portugiesische Küste entlang bis in die Biskaya, die Bretagne und zu den Scillys, einzelne seit neuestem auch in das Mittelmeer bis etwa Malaga. Konnten die Wanderungen der Iberischen Orcas 2023 noch gut verfolgt und vor allem fast in Echtzeit berichtet werden, da einige Tiere mit Sendern ausgestattet waren, gibt es in diesem Jahr Probleme. Es konnte in 2024 bislang erst ein Tier mit einem Tracker markiert werden, so dass bisher kaum verlässliche Informationen zu den Bewegungen der Orcas vorliegen. (Stand: 24.05.2024)

Ursache des Verhaltens

Die Ursache für das Verhalten ist nach wie vor nicht bekannt, und wenn man ehrlich ist, man wird es auch kaum mit absoluter Sicherheit ergründen können. Alle medialen und wissenschaftlichen Erklärungsversuche können weitgehend als Spekulation angesehen werden. In der Fachwelt wird inzwischen immerhin mit der gebotenen Vorsicht ausgeschlossen, dass es bei dem Verhalten um so etwas wie Rache für erlittene Verletzungen oder beobachtete Schädigungen von Orcas geht (vgl. ZERBINI et al. 2024, S. 6).

Gibt es Eigenschaften der Boote, die eine Interaktion fördern?

Die Iberischen Orcas sind in erster Linie auf Ruder fokussiert: Frei stehende Spatenruder und Ruder an einem Skeg (Flossenruder). Es gibt keine belastbaren Erkenntnisse, dass das Baumaterial des Bootes oder die Farbe des Unterwasserschiffes eine Rolle spielen. Katamarane werden ebenso besucht wie Monohulls. Die Größe des Bootes spielt erst ab ca. 20 m Länge eine gewisse Rolle. Doch auch das ist nicht verlässlich. Am 19. Mai 2024 wurde die beiden Ruder einer 24m-Yacht (Monohull) nahe Barbate schwer beschädigt. Das größte von einer Interaktion betroffene Boot war 38 m lang (Vgl. ZERBINI et al. 2024, S. 5). Bei sehr soliden Booten kam es seltener zu Schäden direkt am Ruder, dafür traten Schäden an der Rudermechanik oder-hydraulik auf. Schwere und große Langkieler scheinen seltener aufgesucht zu werden, allerdings sind solche Boote auch in geringeren Zahlen vertreten, so dass sich daraus keine zuverlässigen Schlüsse ableiten lassen. Ein paar Hinweise zu diesen Fragen und anderen Aspekten finden sich bei der britischen Cruisung Association (CA). CA wertet anhand eines standardisierten Fragebogens die Erfahrungen betroffener Segler systematisch aus und veröffentlicht die Ergebnisse auf seiner Internetseite.

Vermeidungsstrategien

Allgemein können wir nur raten, wie auch immer man sich auf eine Passage in kritischen Gewässern vorbereitet: Das Wichtigste ist, einen Kontakt mit Orcas zu vermeiden! Im Folgenden unsere Empfehlungen:

  • (a) Sorgfältig aktuelle Information über Sichtungen und Interaktionen auf allen verfügbaren Kanälen abrufen und bei der Planung und Risikoabschätzung zugrunde legen.
  • (b) An den Küsten, an denen die Orcas entlang ziehen, empfiehlt es sich, während des Vorbeizugs im Hafen zu bleiben und abzuwarten. Dies gilt logischerweise besonders für die nordspanische und die portugiesische Küste.
  • (c) Für die Biskaya kann empfohlen werden, weiträumig nach Westen auszuweichen, alternativ dicht unter der Küste zu segeln (20m-Tiefenlinie oder flacher).
  • (d) Will man die nordspanische und portugiesische Westküste vermeiden, sollte man jenseits des Festlandsschelfs segeln. Empfohlen wird von www.orcas.pt, sich westlich von 10° W zu halten, was bedeutet, dass man die Verkehrstrennungsgebiete bei Finisterre und der Tejo-Mündung seeseitig passiert.
  • (e) Bei Passagen in Bereichen, in denen mit einer Orca-Begegnung gerechnet werden muss (Straße von Gibraltar, spanische, portugiesische und marokkanische Küsten bis etwa Höhe Casablanca), sollte wann immer möglich in flachen Gewässern innerhalb der 20m-Tiefenlinie navigiert werden. Dort empfiehlt es sich ferner, stets die Maschine laufen zu lassen, da die Tiere am Start eines Motors, z.B. bei Windmangel, erkennen, dass es sich um ein Segelboot handelt.
    Die spanische Küste eignet sich für diese Strategie weitaus besser, als die marokkanische, da die flachen Zonen ausgedehnter sind, es nur wenige Felsen und Riffe gibt und auch die Zahl kleiner Fischerboote und deren Aktivitäten weitaus geringer sind.
  • (f) Neu ist in 2024, dass man anders als in den Vorjahren heute die Almadrabas (stationäre Thunfischnetze) an der südspanischen Küste nicht mehr auf der Landseite umfahren kann. Derartige Empfehlungen sind überholt! Die Möglichkeit wird von den Fischern durch Landleinen versperrt. Die Almadrabas müssen daher mit hoher Geschwindigkeit und unter Motor seeseitig knapp gerundet werden. Anschließend auf direktem Weg – vierkant zur Küste – wieder in flaches Wasser zurück steuern. Die einzigen Ausnahmen sind die Almadrabas bei Barbate, diese kann sicher und mit genügend Seeraum landseitig passiert werden, sowie die Almadraba bei Zahara, die man bei Hochwasser in einem sehr engen Streifen landseitig passieren kann, Wassertiefe ca. 4 m (Letzter Stand 28.05.2024).
  • (g) Wer von den Kanaren, Madeira oder den Azoren aus in Richtung Straße von Gibraltar will, sollte derzeit weder die marokkanische Küste (Kap Espartel) ansteuern, noch mitten in die „Straße“ zielen. Das geringste Risiko besteht, wenn man bei Cabo Sao Vicente / Sagres Landfall macht und dann der Empfehlung (e) folgt.
    Abweichend gibt es für diese Passage auch die Empfehlung den Landfall bei Cádiz vorzunehmen. In diesem Fall muss man dennoch bereits auf der Höhe von Sagres nördlich von 36°30´ N sein und sich danach stets nördlich der Linie zwischen dieser Position und Cádiz aufhalten. Ab Cádiz wieder der Empfehlung (e) folgen.
  • (h) Grundsätzlich empfehlen wir, nur bei Tage und bei ruhigem Wetter zu fahren. Die Chance, eine Annäherung von Orcas rechtzeitig zu erkennen, ist dann weitaus größer. In den kritischen Gebieten ist daher stets gut Ausguck zu halten.
  • (i) Es sollte stets unter Maschine oder unter mitlaufender Maschine gefahren werden. Dies erhöht die Chance, von Orcas als wenig attraktives Motorboot wahrgenommen zu werden. Eine startende Maschine, da beispielsweise der Segelwind einschläft, lässt die Orcas erkennen, dass sie es mit einem Segelboot zu tun haben.
  • (f) Für Einhandsegler empfehlen wir, auf längeren Passagen, die notwendigerweise Nachtfahrten erfordern, z.B. bei der Querung der Biskaya oder der Anreise von den Azoren oder Kanaren Mitsegler an Bord zu nehmen, um sicher zu stellen, dass jederzeit Ausguck gegangen wird.

Was tun im Fall einer Interaktion?

Wir empfehlen unter Berücksichtigung aktuellster Erkenntnisse dringend, sich nach den nach wie vor aktuellen Empfehlungen von MITECO zu richten:

  • Unter Maschine mit höchster Geschwindigkeit die Fahrt für 2 bis 3 km (etwa 1 bis 2 Seemeilen) fortsetzen und soweit möglich in Richtung flacheren Wassers steuern oder, falls das nicht möglich ist, in Richtung von Gewässern, in denen man im Bedarfsfall Hilfe erwarten kann. Hintergrund: Die interagierenden Tiere entfernen sich nicht weit von ihrem „Pod“ (Rudel) und verfolgen ein Boot nicht über lange Distanz. Das anfangs propagierte „Totstellen“ kann die Interaktionsdauer erheblich verlängern und vergrößert das Risiko für ernsthafte Schäden.
  • Im Falle einer Interaktion unbedingt den Autopiloten auskuppeln, möglichst schon bei Annäherung von Orcas, also noch vor einer Interaktion. Das reduziert die potentielle Krafteinwirkung auf Ruder und Rudermechanik bzw. -hydraulik und erhöht die Chance, mit geringeren Schäden davon zu kommen.
  • Steuern nur mit lose auf dem Steuerrad aufgelegter Hand.
  • Bei Pinnensteuerung unbedingt den Schwenkradius der Pinne vermeiden.
  • Bitte nehmt im Fall einer Interaktion über VHF-Kanal 16 Kontakt zu der nächsten Küstenfunkstation auf, auch um im Notfall schnell Hilfe anfordern zu können.
  • Ist man in Reichweite der Mobilfunknetze, können folgende Notfallnummern angerufen werden:
    Frankreich 196
    Portugal 112
    Spanien 900 202 202

Ergänzende Anmerkungen

Wir möchten der Vollständigkeit und Fairnis halber an dieser Stelle anführen, dass die portugiesischen Behörden nach wie vor empfehlen, sich im Falle einer Interaktion „tot“ zu stellen. Das bedeutet: Motor aus, Segel wegnehmen, alle Instrumente, besonders das Echolot abstellen, sich den Orcas als Person möglichst nicht zu erkennen geben. Wir empfehlen dennoch, der aktiven „Flucht“ den Vorrang zu geben, wie in der vorausgehenden Liste als erstes angeführt.

Nahezu alle empfohlenen „Abwehrmaßnahmen“ (Einbringen von Sand, Öl, anderen Substanzen, Klopfen auf Röhren, Pinger) haben sich in 2023 durchgeführten Feldversuchen der spanischen Forschungsgruppe CIRCE um Dr. Renaud de Stephanis als nicht wirksam erwiesen. Hinsichtlich der Pinger sollte man ein grundsätzliches Missverständnis bedenken: Klassische Pinger wurden entwickelt, um Delphine (und ggfs. Orcas) auf ein Hindernis wie ein Netz hinzuweisen, nicht aber, sie zu verscheuchen. Das bedeutet, Pinger weisen Orcas auf die Existenz eines Bootes hin, können also durchaus als Lockmittel wirken (vgl. ZERBINI et al. 2024, S. 7 sowie Prof. Christophe Guinet im Orca-Talk #2, s. u.). Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinweisen, dass es bzgl. möglicher „Abwehrtechniken“ zurzeit eine Menge Aktivitäten gibt, deren Ergebnisse abzuwarten sind. Für diejenigen, die die aktuellen Ansätze interessieren, sei auf den Report zum Orca-Workshop in Madrid verwiesen (ZERBINI et. al. 2004, s. Link-Zusammenstellung unten).

Lediglich bzgl. des Rückwärtsfahrens unter Maschine (bei ruhigen bzw. dafür noch geeigneten Seegangsbedingungen) und des Einsatzes von „Firecrackern“ als letztem Mittel gibt es wiederholt erfolgreiche Berichte.

Hinweis zur Benutzung von Firecrackern: Der Einsatz ist – entgegen vielfach wiederholter anderslautender Statements – trotz des Schutzstatus der Orcas zulässig, wenn er als letztes Mittel zum Schutz des eigenen Schiffes und der Crew erfolgt. Das bedeutet:

  • Der Einsatz muss verhältnismäßig sein
    (über die Verhältnismäßigkeit entscheidet letztlich der Skipper, denn nur er kann die aktuelle Gefährdungslage beurteilen)
  • Der Einsatz sollte so erfolgen, dass eine Schädigung der Tiere nach Möglichkeit vermieden wird. Das bedeutet, man wirft einen Firecracker neben das Boot ins Wasser, jedoch in keinem Fall auf die Tiere.
  • Man sollte im Zweifelsfall belegen können, dass man zunächst die o.g. Vermeidungsstrategien befolgt hat.

Übrigens: In spanischen Gewässern besteht bei jeder Interaktion die Verpflichtung zur Meldung an die Behörden.

Schutzstatus der Iberischen Orcas

Orcas sind im Anhang IV der FFH-Richtlinie gelistet und stehen damit auf europäischer Ebene unter Schutz. Dieser Schutz umfasst einfach ausgedrückt ein Tötungsverbot, ein Verletzungsverbot und ein Störungsverbot. Das wird stets und von den verschiedensten Gruppierungen und Organisationen mit Nachdruck betont, und das ist auch korrekt.

Doch es gibt noch einen zweiten Aspekt, und der darf nicht verschwiegen werden: Im Falle eines Notstands steht es dem Skipper einer Yacht nicht nur frei, sondern der Skipper einer Yacht – wie jeder Kapitän in der Berufsschifffahrt – ist gehalten, jede ihm geeignet erscheinende und angemessene Maßnahme zum Schutz der Crew und des Bootes zu ergreifen. Was angemessen ist, kann im Ernstfall nur der Skipper entscheiden, denn nur er kann die konkrete Situation beurteilen (vgl. SOLAS-Regularien). Das bedeutet auch, dass in einem solchen Fall der Schutzstatus nicht greift.

Informationsquellen

Für den, den die wissenschaftliche Diskussion bzgl. der Cetaceen über das Orca-Thema hinaus interessiert, hier noch zwei links zur Fachtagung in Bled, Slowenien:

Mitarbeit bei der Forschung und statistischen Aufbereitung

Bitte berichtet jede Reise durch die Risikogebiete, ob mit Orca-Interaktion oder ohne, an die britische Cruising Association (CA). Nur mit konsequenter Berichterstattung lassen sich brauchbare statistische Analysen ableiten. Online-Formulare können hier https://www.theca.org.uk/orcas ausgefüllt werden.

Orca-Talks

Wer Interesse an den Orca-Talks der TO-Preisträger Dr. Renaud de Stephanis und Rui Alves hat, kann diese auf Youtube ansehen.

Wir wünschen Euch allzeit gute Fahrt, wunderbaren Begegnungen mit Delphinen, Walen, Robben und Verwandten, Schildkröten und was da auch immer herumschwimmt und möglichst keine spielsüchtigen Orcas …

Martin und Anke

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Orca News

Updated: 12/06/2024
This is a new and up-to-date compilation of the most important information about the Iberian orcas. The authors are – it’s hard to believe – Martin and Anke Birkhoff. As we are also the TO base, we want to avoid any possible misunderstandings and expressly point out that this Orca News is a personal compilation. It reflects our opinion, but not necessarily the opinion of Trans-Ocean e.V. or the board of Trans-Ocean e.V.

During the first months of 2024, various sailors expressed the view that the risk of orca interactions had decreased, as relatively few reports of orca sightings and orca interactions emerged during this period. We would like to urgently warn against this assessment. Apparently low activity does not mean that there is not still a significant risk of orca encounters and unpleasant interactions. The seemingly low numbers can have various causes. For example, the simple fact that it is not the sailing season during these months and there are few boats out and about may play a role. Few active boats necessarily lead to fewer interactions. The fact that a large number of sailors adhere to the in our view appropriate recommendations of the Spanish Ministerio de Transportes, Movilidad y Agenda Urbana (MITECO) as well as www.orcas.pt and CIRCE may also play a role.

It is extremely unfortunate that some organisations continue to make outdated and potentially fatal recommendations for the yachts concerned, such as stopping in the event of an interaction. Of course, it is ultimately daring to justify the current incident, the sinking of the Albóran Cognac on 12 May 2024 in Moroccan waters, by the fact that the crew apparently stopped the boat during the orca interaction. However, the recommendation to stop during an interaction must still be regarded as outdated.

Situation

Since 2020, orcas from the Iberian subpopulation have been interacting with yachts in a way that sometimes results in considerable damage. In general, the orcas focus on the rudders of the boats. To date, 5 yachts and 2 Moroccan fishing boats have sunk as a result. In February 2024, there were 673 verifiable reports of interactions (ZERBINI et al. 2024, p. 5), and the number has continued to increase since then.

The interactions represent a navigational risk in few and known i.e. manageable sea areas for which sailors can and must prepare themselves. As with other risks (man overboard, icebergs near Greenland, squalls in trade wind zones), it is important to reduce the probability of occurrence through accurate information, careful voyage planning and vigilant lookout. The effects can be reduced by preparing for an emergency. This text is intended to contribute to this.

Orca migrations

In winter, the population of Iberian orcas remains more or less united in the Strait of Gibraltar. In spring, the population splits into several subgroups. Some migrate along the Portuguese coast as far as the Bay of Biscay, Brittany and the Scillys, and some have recently started to migrate into the Mediterranean as far as Malaga. While the migrations of the Iberian orcas in 2023 could still be followed well and, above all, reported almost in real time, as some animals were equipped with transmitters, there are problems this year. Only one animal has been tagged with a tracker so far in 2024, meaning that there is hardly any reliable information on the movements of the orcas. (Status: 24 May 2024)

Cause of the behaviour

The reason for the behaviour is still not known and, to be honest, it will hardly be possible to find out with absolute certainty. All media and scientific attempts to explain the behaviour can largely be regarded as speculation. In the meantime, experts are at least cautiously ruling out the possibility that the behaviour is a form of revenge for injuries suffered or damage observed by orcas (see ZERBINI et al. 2024, p. 6).

Are there characteristics of the boats that encourage interaction?

The Iberian Orcas are primarily focussed on rudders: Free-standing spade rudders and rudders on a skeg (fin rudder). There are no reliable findings that the construction material of the boat or the colour of the underwater hull play a role. Catamarans are visited just as much as monohulls. The size of the boat only may play a certain role from about 20 metres in length. But even that is not reliable. On 19 May 2024, the two rudders of a 24m yacht (monohull) were severely damaged near Barbate. The largest boat affected by an interaction was 38 metres long (cf. ZERBINI et al. 2024, p. 5). Damage directly to the rudder was less common in very solid boats, but damage to the rudder mechanism or hydraulics occurred. Heavy and large long-keel boats appear to be less frequently affected, but such boats are also represented in smaller numbers, so that no reliable conclusions can be drawn from this. The British Cruising Association (CA) provides some information on these questions and other aspects. CA systematically evaluates the experiences of affected sailors using a standardised questionnaire and publishes the results on its website.

Prevention strategies

In general, we can only give advice on how to prepare for a passage in critical waters: The most important thing is to avoid contact with orcas! Here are our recommendations:

  • (a) Carefully retrieve up-to-date information on sightings and interactions on all available channels and base your planning and risk assessment on this.
  • (b) On the coasts along which the orcas are passing it is advisable to stay in the harbour and wait while they pass. This applies primarily to the northern Spanish and Portuguese coasts.
  • (c) In Bay of Biscay, it may be advisable to sail far to the west, or alternatively to sail close to the coast (20 metre depth contour or shallower).
  • (d) If you want to avoid the north Spanish and Portuguese west coast, you should sail beyond the continental shelf. It is recommended by www.orcas.pt to keep west of 10° W, which means passing the traffic separation schemes at Finisterre and the Tagus estuary on the seaward side.
  • (e) When passing through areas where orca encounters are to be expected (Strait of Gibraltar, Spanish, Portuguese and Moroccan coasts up to about the height of Casablanca), it is advisable to navigate in shallow waters within the 20 metre depth contour whenever possible. It is also advisable to keep the engine running at all times, as the animals recognise that it is a sailing boat when the engine has been started, e.g. in the absence of wind.
  • The Spanish coast is much better for this strategy than the Moroccan coast, as the shallow zones are more extensive, there are few rocks and reefs and the number of small fishing boats and their activities are much lower.
  • (f) What is new in 2024 is that, unlike in previous years, it is no longer possible to sail around the almadrabas (stationary tuna nets) on the southern Spanish coast on the land side. Such recommendations are outdated! The possibility is blocked by the fishermen with land lines. The Almadrabas must therefore be rounded at high speed and under engine on the seaward side. Then steer a direct course – right-angled to the coast – back into shallow water. The only exceptions are the Almadrabas near Barbate, which can be passed safely and with sufficient sea room on the land side, and the Almadraba near Zahara, which can be passed in a very narrow strip on the land side at high tide, water depth approx. 4 m (last status 28.05.2024).
  • (g) If you are heading towards the Strait of Gibraltar from the Canary Islands, Madeira or the Azores, you should currently neither head for the Moroccan coast (Cape Espartel) nor aim for the centre of the ‘Strait’. The lowest risk exists if you make landfall at Cabo Sao Vicente / Sagres and then follow the recommendation (e).
    There is also a recommendation to make the landfall at Cádiz for this passage. In this case, however, you must already keep your course north of 36°30′ N beginning at the hight of Sagres and then always stay north of the line between this position and Cádiz. From Cádiz on please continue following recommendation (e).
  • (h) We generally recommend that you only sail during the day and in calm weather. The chance of recognising the approach of orcas in good time is much greater then. Always keep a good lookout in the critical areas.
  • (i) You should always travel under engine power or with the engine running. This increases the chance of being recognised by orcas as an unattractive motorboat. If the engine starts, for example because the sailing wind has died down, the orcas will recognise that they are facing a sailing boat.
  • (f) For single-handed sailors we recommend taking fellow sailors on board on longer passages that necessarily require night sailing, e.g. when crossing the Bay of Biscay or approaching from the Azores or Canary Islands, to ensure that a lookout is kept at all times.

What to do in the event of an interaction?

Taking into account the latest findings, we strongly recommend to follow MITECO’s current recommendations:

  • Continue under engine at maximum speed for 2 to 3 km (about 1 to 2 nautical miles) and steer towards shallower water as far as possible or. If this is not possible, towards waters where help can be expected if needed. Background: The interacting animals do not stray far from their ‘pod’ (pack) and do not pursue a boat over long distances. The initially propagated ‘playing dead’ can considerably prolong the interaction time and increases the risk of serious damage.
  • In the event of an interaction, always disengage the autopilot, preferably as soon as orcas approach, i.e. before an interaction. This reduces the potential force on the rudder and rudder mechanics or hydraulics and increases the chance of escaping with less damage.
  • Only steer with your hand resting loosely on the steering wheel.
  • When steering with a tiller, it is essential to avoid the pivoting radius of the tiller.
  • In the event of an interaction, please contact the nearest coastal radio station via VHF channel 16, to be able to call for help quickly in an emergency.
  • If you are within range of the mobile phone network, you can call the following emergency numbers:
    France 196
    Portugal 112
    Spain 900 202 202

Additional comments:

For the purpose of completeness and fairness, we would like to mention at this point that Portuguese authorities still recommend ‘playing dead’ in the event of an interaction. This means: switch off the engine, take away the sails, switch off all instruments, especially the echo sounder, and if possible do not show yourself to the orcas. Nevertheless, we recommend that active ‘escape’ should be prioritised, as stated first in the list above.

Almost all recommended ‘defence measures’ (introduction of sand, oil, other substances, tapping on tubes, pingers) have proven ineffective in field trials conducted in 2023 by the Spanish research group CIRCE led by Dr Renaud de Stephanis. With regard to pingers, a fundamental misunderstanding should be remembered: classic pingers were developed to alert dolphins (and possibly orcas) to an obstacle such as a net, but not to scare them away. This means that pingers alert orcas to the existence of a boat and can therefore act as a lure (cf. ZERBINI et al. 2024, p. 7 and Prof Christophe Guinet in Orca-Talk #2, see below). We would like to expressly point out at this point that there is currently a lot of activity regarding possible ‘defence techniques’, the results of which remain to be seen. For those interested in current approaches, please refer to the report on the Orca Workshop in Madrid (ZERBINI et. al. 2004, see link compilation below). 

There have only been repeated successful reports with regard to reversing under engine power (in calm or suitable sea conditions) and the use of ‘firecrackers’ as a last measure.

Note on the use of firecrackers: Contrary to repeated statements their use is not absolutely forbidden despite the protected status of orcas if it is used as a last resort to protect one’s own ship and crew. This means that

  • The operation must be appropriate
  • (the skipper ultimately decides on the appropriateness, as only he can assess the current risk situation)
  • The operation should be carried out in such a way that harm to the animals is avoided as far as possible. This means throwing a firecracker into the water next to the boat, but never directly at the animals.
  • If in dispute, you should be able to prove that you initially followed the above-mentioned avoidance strategies.

By the way: In Spanish waters, every interaction must be reported to the authorities.

Protection status of the Iberian orcas

Orcas are listed in Annex IV of the Habitats Directive and are therefore protected at European level. In simple terms, this protection includes a ban on killing, a ban on injuring and a ban on disturbing. This is constantly and emphatically highlighted by various groups and organisations, and this is correct.

However, there is a second aspect, which cannot be concealed: In the event of an emergency, the skipper of a yacht is not only at his own discretion, but the skipper of a yacht – like any captain in commercial shipping – is obliged to take any measures he deems appropriate and reasonable to protect the crew and the boat. In an emergency, only the skipper can decide what is appropriate, because only he can judge the specific situation (see SOLAS regulations). This also means that the protected status does not apply in such a case.

Sources of information

For those who are interested in the scientific discussion on cetaceans beyond the orca topic, here are two links to the symposium in Bled, Slovenia:

Collaboration in research and statistical processing

Please report every trip through the risk areas, whether with or without orca interaction, to the British Cruising Association (CA). Only with consistent reporting will it be possible to obtain useful statistics.

Please report every trip through the risk areas, whether with or without orca interaction, to the British Cruising Association (CA). Only with consistent reporting can useful statistical analyses be derived. Online forms can be completed here https://www.theca.org.uk/orcas.

Orca Talks

If you are interested in the orca talks by Trans-Ocean Award winners Dr Renaud de Stephanis and Rui Alves, you can watch them on YouTube.

Talk # 1 from 27.03.2024: https://www.youtube.com/watch?v=-8Xj6hjQTSk
Talk # 2 from 15/05/2024: https://www.youtube.com/watch?v=LvCtcF2EwsQ

We wish you a safe trip, wonderful encounters with dolphins, whales, seals and relatives, turtles and whatever else is swimming around and, if possible, no orcas addicted to gambling …

Martin and Anke

3 Gedanken zu „Orca-News

  1. Liebe Anke , lieber Martin ,
    Danke für die tolle Aufarbeitung dieses immer noch brisanten Themas.
    Liebe Grüße

    1. Vielen Dank für Eure Antworten, Conny und Peter, vielen Dank auch Susanne,
      wir hoffen, der Blogbeitrag hilft. Wir sind bemüht, in ständig aktuell zu halten. Es lohnt sich daher gelegentlich mal reinzuschauen.
      Euch alles Gute fair winds und no orcas,
      Martin und Anke

  2. Liebe Anke , lieber Martin ,
    Vielen Dank für die aktuelle Zusammenstellung der Orca-News!!!
    Liebe Grüße
    Susanne

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