Auf Guadeloupe folgt Martinique

Nach ein paar gemeinsamen Überlegungen zu dem Für und Wider der verschiedenen Alternativen, entschließen wir uns, von den Les-Saintes aus direkt nach Martinique zu segeln. Dort können wir problemlos an einen Mietwagen kommen und die Insel erkunden. Das ist der Vorteil, wenn man bekannte Ziele ansteuert: Man kennt sich halbwegs aus, weiß wo man den Bäcker findet, den Schlachter oder einen guten Tante-Emma-Laden, lecker essen kann oder eben einen Mietwagen findet. Schon zum zweiten Mal übergehen wir somit Dominica. Wo soll das noch enden? Und es muss ja nicht gesondert erwähnt werden: Natürlich entpuppt sich der Schlag als Am-Wind-Strecke. 70 Meilen sind es nach Martinique, St. Pierre, unserem Ziel.









Und dann haben wir den Mietwagen, und los geht´s.
Clement
Unser erster Ausflug mit Sonja führte uns zu Clement. Der eine oder die andere wird sich vielleicht noch an unseren → Blogbeitrag über unseren Besuch bei diese Destillerie aus dem letzten Jahr erinnern. Automatisch wird man denken, das ist ja langweilig, wieder der gleiche Besuch. Aber das war es ganz und gar nicht. Im Park gab es eine ganze Reihe neuer Kunstinstallationen, es waren mehr Gebäude als noch im letzten Jahr zugänglich, und auch die Informationen zu den musealen Teilen waren erheblich umfangreicher geworden. Wir haben die Stunden dort genossen und uns keinem Moment gelangweilt.


Leider fehlten bei diesem Objekt Angaben zum Künstler und dem Kunstwerk.


Detailaufnnahme von einem der neuen Objekte im Park der Destillerie. Und ich Depp hab vergessen, nach den Infos zum Künstler und Objekt zu suchen.
Für eine Architektin, die lange bei einem namhaften deutschen Autohersteller gearbeitet hat, ist die Nutzarchitektur genauso wie die Destillerie-Technik natürlich faszinierend. Warten wir ab, ob sich dies auf ihre nun freiberufliche Tätigkeit auswirkt.






Und natürlich – dann kann die Kunst nicht mehr ablenken. Es gibt nur einen Weg. Voran. Vorwärts. Abwärts und dann im übertragennen Sinne aufwärts. Ab ins Paradies.
Die Wesenheit des Paradieses ist nicht schwer zu erraten. Im Paradies kann man genießen und erwerben.


Weil es sonst keiner glaubt: Der Weg zum Paradies ist wirklich abwärts gerichtet.
Im Laufe der Tage besuchen wir abends gerne mal ein Restaurant. Das erspart das Kochen und den Abwasch; denn unsere Tage sind meist lang. Am Abend nach dem Besuch bei Clement schlenderten wir ein paar Schritte über den Strand zum kreolischen Restaurant La Vague. Was lag näher, als bei dieser Gelegenheit vom heimischen Rum zu probieren und einen Ti Punch zu goutieren.


Und wo gibt es sowas: Man darf sich selbst einschenken – eine Mengenbegrenzung gibt es nicht! Jeder weitere Kommentar erübrigt sich.


Trace dés Jesuites – Jesuitenpfad



Die kleinen Beschwerlichkeiten lassen sich recht gut erahnen. Je nasser, desto schneller der Abstieg – wenn man Pech hat. Ich fürchte, ich wiederhole mich.


Trotz der kleinen Herausforderungen, die Wanderung macht Spaß. Unsere Geschwindigkeit ist auch deshalb nicht gerade eindrucksvoll, weil wir überall Dinge entdecken und bewundern, die uns nun mal aufhalten. So beispielsweise die allgegenwärtigen Epiphyten an den Stämmen, Ästen und Zweigen der Bäume.




Und im Gänsemarsch. Schaukeln verboten! (Foto: Sonja Rechtermann)


Der vorletzte Tag … und das Ende des Besuchs
… schien ziemlich verregnet. Wir waren schon quer über die Insel gefahren und es schüttete immer noch. Und hatten den Ausflug sogar schon abgebrochen, als der Regen 2 Minuten nach der Umkehr nachließ. Sollten wir doch noch einen Versuch wagen? Martinique besitzt ja mit der Presqu’Île de la Caravelle eine Halbinsel, die sich deutlich nach Osten vom Kernland in den Atlantik hinauswagt. Könnte dort doch anderes Wetter herrschen? Wir kehren erneut um, und tatsächlich, wir haben Glück. Der Wettergott ist uns hold.




Der nächste Tag. Noch ist etwas Zeit, Sonjas Flug geht erst am Nachmittag. Uns bleibt Gelegenheit für ein paar Schritte in Fort de France. Und wir haben das Glück, dass die Bibliothek Schölcher geöffnet ist. Also nix wie rein.


Auch innen zeigt sich die Architektur und Gestaltung des Gebäudes als etwas Besonderes. Leider ist der Erhaltungszustand etwas mau.
Und dann werden die letzten Erinnerungsstücke gesucht. Sonja hat die passende Ergänzung zu ihrem Mitbringsel aus Guadeoupe gefunden. Ich hab es zwar nicht geprüft, aber beide sind sicher Made in China oder Made in Vietnam. 😉

Und dann ist sie weg. Es ist schon seltsam. Nicht ganz zwei Wochen haben wir gemeinsam verbracht und in dieser kurzen Zeit so viel schöne und angenehme Dinge miteinander erlebt, die irgendwie auch Gemeinsamkeit schaffen. Und nun sind wir wieder allein zu zwein. Richtig komisch. Andererseits, der nächste Besuch steht in den Startlöchern, und wir müssen uns nun sputen, um nach einem Zwischenstopp in Le Marin rechtzeitig in Kingstown auf St. Vincent oder in Bequia zu sein.
Das Titelbild zeigt übrigens eine Blüte, die wir im Park der Habticion Clement gefunden haben. Leider gab es keine Info zum Baum, an dem wir sie fanden. Zu schade, zumal die Infos im Park durchweg besser und konsequenter vorgenommen sind als in vielen Botanischen Gärten.
Falls also eine Leserin – ich denke da an eine ganz bestimmte – oder ein Leser einen Hinweis geben kann, zu welcher Art diese Blüte gehört, würden wir uns sehr freuen.
Es grüßen Euch und Sonja in der Heimat
Martin und Anke.
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Tipps und Hinweise
In letzter Zeit gab es erneut Bewegung auf unserer Flohmarktseite. Wer Interesse daran hat, und das eine oder andere vielleicht gebrauchen kann: Unter folgendem Link geht´s zum Flohmarkt: https://www.sy-magodelsur.de/flea-market/
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Noch nicht wahrgenommen? Unsere Seite besitzt eine Abo-Funktion: Wer in Zukunft keinen Beitrag verpassen will, kann den Blog abonnieren, → und das geht mit Hilfe der Seite Kontakte, oder indem man – ganz einfach – hier klickt.
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Besuche hatten wir an vielen Orten: an der Algarve, auf den Kanaren, mehrmals in Argentinien, auf den Marquesas, auf Mallorca, stets spannend, da unter den unterschiedlichsten Rahmenbedingungen. Wir schildern die Herausforderungen eines Besuchs an Bord – selbst wenn der Besuch die eigene Partnerin ist 😉- und vieles mehr in dem Buch, das unsere Weltumsegelung von 2004 bis 2009 beschreibt. Eine Weltumseglung mit einer Aluminium-Reinke Super 11. → Informationen zum Buch und wie Ihr die PDF bestellen könnt, findet Ihr unter diesem Link, also einfach auf diesen Satz klicken.
Das Buch unserer Weltumseglung von 2004 bis 2009:
Just do it – von der Weser in die Welt
323 Seiten, durchgehend mit farbigen Fotos bebildert, diverse Karten, hier und da Einschübe zu besonderen Aspekten, die uns beschäftigten und ein Anhang mit gelegentlich launigen Begriffserklärungen.
Vorerst nur als PDF verfügbar. Das Coverfoto des Buches zeigt Just do it in der Caleta Beaulieu im Beagle-Canal.
Wie Bobby Schenk schreibt: „Ein großes Buch, das pure Lese-Freude schafft. Es ist wahrscheinlich das beste aller Weltumsegelungs-Bücher (vielleicht sogar besser als meine eigenen…)“

2 Kommentare zu „Auf Guadeloupe folgt Martinique“
Lieber Martin,
der letzte Beitrag war besonders köstlich. Danke dafür, dass Ihr Eure Erlebnisse so teilt.
Auf die Frage „Und wo gibt es sowas: Man darf sich selbst einschenken – eine Mengenbegrenzung gibt es nicht!“ gibt es eine Antwort:
In der Konoba „Kiss“ in der Bucht Soline auf der Insel Pasman / Kroatien ist (oder war) das – zumindest bis zu unserem letzten Besuch dort vor 14 Jahren – ebenso; dort wurde allerdings, landestypisch, Slivovitz angeboten.
Euch weiter gute Fahrt
– auch auf dem aus unserer Sicht eher erstaunlichen Kurs Richtung Nord –
Andreas
(Ex: Amica Maris II)
Lieber Martin, Du hast Recht, der Bucket Hat ist ‚Made in China‘!
Kommt aber gerade auch in Norddeutschland zum Einsatz – 22°C in Bremen 😀.
LG von Sonja