Technik Tipps

Technik Tipps

Unter dem Suchwort Technik Tipps stellen wir nach und nach Infos ein, die für Blauwassersegler von Bedeutung sein können. Wobei der Begriff Technik durchaus weiter gefasst ist: Es geht uns nicht nur um die fassbare Hardware, sondern auch um den Umgang mit derselben, z. B. beim Ankern. Einige der Texte sind bereits etwas älter und berichten von den Erfahrungen, die wir mit Just do it gemacht haben. Soweit wir annehmen, dass diese auch heute noch von Interesse sein können, pflegen wir diese hier ein.

Bisher erschienen
Signalpistole Kaliber 4
Gedämpfter Liegen – Ruckdämpfer für die Festmacher
Anker und das Ankern
Segel auf Langfahrt (Erfahrungen der Weltumsegelung mit Just do it)
Banana-Boot (faltbares Dinghi)
Propeller: Bruntons Autoprop und SPW Variprop
Steuern mit dem Wind – Erfahrungen mit der Windpilot Pacific
Alternative zum Antifouling auf Alubooten: Inversalu

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Signalpistole Kaliber 4

In schöner Regelmäßigkeit ärger ich, Martin, mich über eine Angelegenheit, die sich mit der Sicherheit auf See beschäftigt. Immer wieder höre ich unzutreffende Darstellungen, nach denen man eine Signalpistole nicht ins „Ausland“ mitnehmen dürfe, ja dass man beim Mitführen einer solchen Pistole sogar belangt werden könne. Das stimmt schlicht nicht. Nachdem ich mich darüber mit verschiedenen Seglern unterhalten habe, die alle zur gleichen Ansichten tendieren, was die Eignung und Sicherheit der klassischen Signalpistole betrifft, habe ich mich einmal hingesetzt und ein Bemerkungen dazu verfasst.

Das Ergebnis habe ich in einer PDF zum Thema zusammengefasst, die hier abgerufen werden kann.

Für diejenigen, die mehr zum Thema wissen wollen, hier ein paar links:

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Gedämpfter Liegen – Ruckdämpfer für die Festmacher

Die Notwendigkeit, zum ersten Mal überhaupt unser Boot für mindestens zwei Monate in einem Sportboothafen zurücklassen zu müssen, beunruhigte uns schon. Zumal wir bereits wenige Tage nach unserer Ankunft in Marina die Ragusa einen Sturm erlebten, der mit Böen bis an die 60 Knoten blies. Und der zu heftigen Querströmungen und Wirbeln im Hafenwasser führte. Einerseits hatte uns dieser Sturm gezeigt, dass Marina di Ragusa ein wirklich sicherer Ort ist, andererseits zeigten unsere Spaziergänge über die Stege, dass die heimischen Segler ihren Festmachern mit teilweise sehr schwerem „Geschirr“ unter die Arme griffen. So etwas geschieht ja nicht ohne Not.

Also haben wir recherchiert und verglichen. Und uns nachher zu einer soliden italienischen Lösung entschieden. Was uns dabei sehr erstaunt hat, dass es auf bzw. für den deutschen Markt keinerlei vergleichbare Lösungen gibt, hier finden sich nur die bekannten Gummidämpfer und einfache federbelastete Dämpfer. Einen kleinen Überblick über das mögliche Spektrum haben wir in dem hier verlinkten Beitrag zusammengestellt. Für Interessenten an den hochwertigeren Produkten hier zwei italienische Hersteller:

https://www.sidermarine.com/
https://eng.douglasmarine.com/

Vom erstgenannten Hersteller stammen unsere Dämpfer, vom letztgenannten erwarben wir unsere superstabilen Gurte, mit denen die Dämpfer landseitig fixiert werden. Neben den High-End-Lösungen gibt es natürlich auch Low-Budget-Ideen. Die meisten überzeugen uns jedoch nicht, bis auf eine Variante, die wir mit Just do it in Lateinamerika nutzten. Die wird in dem oben verlinkten Beitrag ebenfalls erläutert. Leider können wir nur eine Prinzipskizze beifügen, da wir unseligerweise nie eine Aufnahme dieser Lösung gemacht haben. Aber wie es funktioniert wird schon deutlich.

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Anker und das Ankern

Auf der Boot Düsseldorf 2020 haben wir mit Spielzeugankern auf dem Stand eines Herstellers herumgespielt. Man muss betonen, dass die verschiedenen Spielzeuganker sehr sorgfältig gebaute, maßstabsgetreue Miniaturisierungen waren. Das Verhalten der einzelnen Modelle (CQR-, Danforth-, Bruce-, Fortress-, Bügel-, Rocna- usw. -Anker) in der Spielzeuganker-Sandkiste war trotz aller Zweifel an der Übertragbarkeit der Ergebnisse derart eindrucksvoll, dass wir uns spontan zum Kauf eines Ultra-Ankers entschieden. Ok, ok, das war ja auch der Sinn des Spiels. Und da wir schon dabei waren, Geld für Unvorhergesehenes auszugeben, haben wir auch den Ultra-Ankerverbinder dazu erworben. Der ist auch gleich bei den ersten Versuchen eindrucksvoll dem Versprechen nachgekommen, dass er den Anker beim Aufholen zuverlässig in die richtige Richtung dreht, so dass er problemlos in den Ankerbeschlag rumpelt. Das hat beim Bügel-Anker nicht immer geklappt und erforderte oft akrobatisches Rumturnen auf dem Bug und mühseliges händisches Zurechtdrehen.

Da wir mit dem neuen Anker bis heute noch nicht geankert haben, können wir mit diesem Modell keine eigenen Praxis-Erfahrungen beisteuern. Unsere bisherigen Erfahrungen beruhen auf CQR- und in erster Linie Bügel-Anker. Letzterer war bis zum Kauf des Ultra unser klarer Favorit unter allen denkbaren Bedingungen.

Wer sich fragt, wie sich das Ankern auf Langfahrt darstellt, für den ist sicher ein Blick in die Auswertung unserer alten Weltumsegelung hilfreich. Unsere Erfahrungen und etwas Statistik zeigt die Datei unter diesem Link.

Der Beitrag entspricht in weiten Teilen dem Manuskript, das im Palstek 01/2011 veröffentlicht wurde.

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Segel auf Langfahrt

Unser Segelmacher bedankte sich für das Feedback nach unserer alten Reise , was uns sehr wunderte. Er erklärte darauf hin, dass die meisten Kunden Segel bestellen, abholen, und dann hört er nie wieder davon. Wir halten ein Feedback jedoch für sehr wichtig, da es dem Segelmacher wertvolle Informationen aus der Praxis gibt, und wenn mit der nötigen Sorgfalt und Neutralität veröffentlicht, auch anderen Seglern bei ihren Entscheidungen helfen kann.

Wir stellen hier daher unsere Erfahrungen aus unserer ersten Weltumseglung ein. Die Inhalte sind weitgehend identisch mit dem Artikel in der Palstek-Ausgabe 06/2010, jedoch noch um ein paar Infos ergänzt. Natürlich haben sich die Yachten und auch die Segelgarderobe seitdem weiter entwickelt. Andererseits gibt es genügend „alte“ Boote und Designs, für die unsere Infos hilfreich sein können. In diesem Sinne …

Hier der Link zu unserem Beitrag „Segel auf Langfahrt“

Einen Aspekt möchten wir noch ansprechen. In Anbetracht der modernen „Flügelsegel“ wie Parasail, Parasailor, Oxley Bora usw. sehen wir die klassische Passatbesegelung als Anachronismus an. Interessanterweise hat der Segelmacher, der unsere Segel für die alte Weltumseglung fertigte, Jens Nickel, eine ganz andere Auffassung und rät durchaus zur Passatbesegelung. Wir halten es für wichtig, dass man sich mit allen Ansichten zu einem Thema auseinandersetzt, daher hier der link zur Segelwerkstatt Stade (Jens Nickel) für Nachfragen. Es gibt natürlich viele hervorragende Angebote, um Rat zu finden. Wir möchten daher an dieser Stelle als eine unter vielen auch die Segelmacherei Faber + Münker verlinken, die zur Zeit in Kooperation mit dem Trans-Ocean Reparaturkits für Langfahrtsegler anbietet. Wer diesbezüglich Rat sucht oder unsicher ist, wendet sich am besten direkt an die genannten Adressen oder natürlich an den Segelmacher seines Vertrauens.

Die aktuelle Segelgarderobe auf Mago del Sur ist natürlich eine völlig andere. Dazu werden wir spätestens, wenn wir das Mittelmeer erreicht haben, eine erste Darstellung und Bewertung vornehmen.

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Banana-Boot

Auf unserer ersten Weltumsegelung war es uns ein treuer Begleiter. Inzwischen hat es einen wohlverdienten Ruheplatz im Privatmuseum des Herstellers bekommen: unser Banana-Boot. Schon Bobby Schenk war von ihm angetan, und wir möchten hier gerne einen möglichst sachlichen Bericht zu diesem faltbaren Dinghi abgeben. Da das Bötchen oft mit einem kleinen Honda-Außenborder vorwärts propellert wurde, haben wir diesen auch gleich in den Bericht integriert.

Weite Teile dieses Erfahrungsberichts zum Banana-Boot und dem zugehörigen Außenborder entsprechen der Veröffentlichung in Palstek 06/2012.

Im Gegenzug zur Museumsgabe erhielten wir von den Sievers-Brüdern ein neues Banana-Boot, das uns an Bord von Mago del Sur nun begleitet. Als ein kleines Plus verfügt es über zwei Fenster, mit denen man die Unterwasserwelt beobachten kann. Gegen Ende unseres Erfahrungsberichts von 2011 spekulieren wir ein wenig, was wäre wenn … wir ein größeres Boot hätten. Nun, 10 Jahre später segeln wir ein größeres Boot. Und was lagert auf unsere Heckkabine? Ein AB-Dinghi, Typ Lammina 9,5 AL, 2,90 m lang, V-Spant, fester Alu-Boden. Man vergleiche mit den damaligen Überlegungen. Ein Erfahrungsbericht folgt, wenn wir etwas Erfahrungen sammeln konnten.

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Propeller –
Bruntons Autoprop und SPW Variprop

Durch eine Frage in der Amel Owners Group, einem Austauschforum für Amel-Eigner und solche, die es werden wollen, sind wir auf einen alten Text gestoßen, in dem Martin unsere Erfahrungen mit verschiedenen Propellern ausführlich schildert. Den Autoprop fuhren wir mit einer 15-monatigen Unterbrechung für den Variprop von 2000 bis zum Verkauf von Just do it in 2016. Da es den Autoprop nach wie vor gibt – beim Variprop sind wir uns nicht sicher – denken wir, dass der Bericht durchaus von Interesse sein kann. Daher stellen wir ihn hier zum Download ein.

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Steuern mit dem Wind –
Erfahrungen mit der Windpilot Pacific

Auf der Weltumsegelung 2004 bis 2009 segelten wir mit Unterstützung einer Windsteueranlage, einer Windpilot Pacific. Unsere Erfahrungen gibt der hier verlinkte Bericht wieder. Das ursprüngliche Manuskript wurde im Palstek 01/2012 veröffentlicht. Inzwischen ist einige Zeit vergangen, und die Anlage wurde modifiziert. So besteht das Pendelruderblatt heute aus einem Aluminium-Profil und die eine Elektrolyse fördernde Materialpaarung Alu / Edelstahl wurde weitgehend eliminiert.

Da unser Beitrag sich praktisch ausschließlich auf die Windpilot Pacific von Peter Förthmann bezieht, möchten wir an dieser Stelle doch betonen, dass wir grundsätzlich auch die Anlagen der etablierten Mitbewerber für genauso geeignet halten. Daher möchten wir hier – ohne Gewähr auf Vollständigkeit – ein paar benennen bzw. zu Hersteller oder Importeur/Händler verlinken:

Bis auf die Hydrovane sind alles Pendelruderanlagen, die die Steuerkraft mit Hilfe eines kleinen Pendelruders aus dem Wasser generieren. Die Hydrovane arbeitet nach dem früher gebräuchlichen Prinzip und überträgt die Kraft des Windes auf ein Hilfsruder.

Wenn es irgendwie am eigenen Boot realisierbar ist, können wir eine Windsteueranlage für eine Langfahrt dringend empfehlen, gleich welches Fabrikat. Sie reduziert den Energiebedarf, arbeitet auch, wenn das elektrische System zusammen gebrochen ist (hoffentlich nie) und ist stets lautlos bei der Arbeit. Außerdem ist es ein simples, mechanisches System, was die Technik im Gegensatz zu elektronischen Systemen beherrschbar macht.

Was uns wundert ist, das einige Hersteller eine deutlich versetzte, also außermittige Montage für machbar erklären. Das mag sicher zutreffen, wenn der Versatz bei einem Monoholl nur wenige Dezimeter beträgt oder es sich um einen Katamaran handelt. Doch bei einem der modernen Monohull-Designs mit breitem Heck, die ja durchaus bewusst mit Lage gesegelt werden, käme eine weit außen montierte Anlage bei entsprechender Krängung schlicht so weit aus dem Wasser, dass sie mehr oder weniger wirkungslos würde.

Gerne würden wir auch heute eine Windsteueranlage nutzen, sind uns aber noch nicht klar, ob dies an einer Amel 54 realisierbar ist. Daher fahren wir zur Zeit ausschließlich mit elektrischem Autopilot, für den das Boot auch ausgelegt ist.

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Alternative zum Antifouling auf Alubooten – Inversalu

Nicht alle Besucher der Seite wissen es: Jahrelang segelten wir ein Aluminium-Boot. Eine Reinke Super 11. Aus dieser Zeit wollen wir hier einen Beitrag nachreichen, der sich speziell an Segler von Alu-Booten richtet. Unserer Meinung nach stellt das in dem Erfahrungsbericht zum Inversalu vorgestellte Anstrichsystem eine gute Alternative zu gängigen Antifoulings dar, und wenn ich, Martin, ganz ehrlich bin, denke ich darüber nach, ob und wie ich das Zeug nicht auch auf Mago del Sur nutzen kann.

Bezugsquelle in Deutschland ist Dieter Kowalewski in Lübeck, und wer sich an den Hersteller wenden möchte, muss es bei der Meta-Werft in Frankreich tun. Das adäquate Produkt für Stahlyachten heißt übrigens Metagrip, unter den gleichen Quellen zu efragen.