Von Cascais bis Almerimar – das Tagebuch vom 02.07. bis 28.07.2021

Von Cascais bis Almerimar – das Tagebuch vom 02.07. bis 28.07.2021

Gestartet in den Sonnenaufgang – das Meer ist spiegelglatt

Seit dem letzten Beitrag und eingestellten Tagebuch sind erst wenige Tage vergangen. Ziel war, an die Jetzt-Zeit anzuschließen. In den letzten Wochen ist auch viel geschehen. Manches ist schon wieder Erinnerung, z.B. die Begegnung mit den Orcas und die Zeit in La Línea sowie die Besuche in Gibraltar. Von Gib sind wir nach Fuengirola weiter gezogen. Die Winde auf der Strecke waren so unstet und in der Folge das Segeln so anstrengend, dass wir ein wenig entnervt dieses Städtchen angesteuert haben. Kein Fehler, denn erstens kommt man von hier mühelos zum Flughafen von Malaga und zweitens begegneten wir Martin von der Mjambo. Seine Frau Anke haben wir um einen Abend verpasst, was wirklich schade war. Anke x 2 und Martin x 2 = (Anke + Martin)² Fragezeichen. Ob ich meine alte Mathematiklehrerin Natascha verwirren konnte? Die Begegnung mit Martin war jedenfalls sehr amüsant und wer Martins Youtube-Videos kennt, wird sich denken können, dass Spanien jetzt um ein paar Bierchen ärmer ist.

Nach einem ungeplanten nächtlichen Intermezzo hat (meine) Anke sich dann zu ziemlicher Unzeit, also sehr sehr früh morgens, zum Flughafen von Malaga chauffieren lassen. Meine Aufgabe war es dagegen, möglichst nach Mallorca zu kommen. Leider spielen die Winde nicht ganz mit. Und die Strecke heldenhaft aufkreuzen muss ja auch nicht sein. So bin ich zunächst mit einem Ankerstopp in der Bucht von La Herradura nach Almerimar gezockelt. Mangels Wind komplett unter Maschine. Martin ist übrigens zur gleichen Zeit aufgebrochen, allerdings in die Gegenrichtung. Nach Vesselfinder liegt er zur Zeit in Ayamonte am Rio Guidiana, und ich hoffe, die dummen Orcas haben ihn in Ruhe gelassen.

Lissabon ist eine Stadt, in der man Monate verbringen kann. Die Zeit nehmen wir uns nicht, doch wir versuchen, so viel wie möglich zu erkunden. Wichtiges Hilfsmittel sind unsere Falträder. Während einer Radelpause checkt Anke mit dem Handy die nächsten Möglichkeiten.
Ich, Martin, habe mir vorgenommen, in Zukunft nicht nur „erzählerische“ Fotos einzustellen, sondern Fotos, wie sie mich persönlich ansprechen. Hier befinden wir uns beispielsweise auf dem über der Stadt thronenden Castello. Was wir sehen ist die schmiedeeiserne Aussteifung eines der alten Burg- oder Festungstore, wie man es benennen will.
Und gleich um die Ecke: steinerne Festungsmauer einerseits und unbezwingbares Leben andererseits …
An einem ganz anderen Ort – und dennoch Lissabon. Eine zeitgenössische Interpretation der traditionellen Pflasterarbeiten. Die Motivwahl des Künstlers lässt ahnen, dass wir uns in der Nähe des Oceanário befinden.

Das aktuelle Tagebuch beginnt mit dem Verlassen von Cascais Richtung Lissabon und endet in Almerimar. Ist also richtig dran am Geschehen. An dieser Stelle muss aber zwingend ein Link zur Meet Vincent-Ausstellung eingebunden werden. Zur Zeit gastiert sie in Lissabon, aber sie wird auch andernorts erwartet. Dran bleiben und Hingehen!

Irgendwann nach Lissabon war das Cabo Sao Vicente Pflicht – hier mal aus anderer Perspektive
Manchmal muss es Hochformat sein. Der Felsen von Gibraltar, Ostseite.
Da wurde offensichtlich Neuland am Fuße des Felsens geschaffen.
Zeichen der britischen Herrschaft über Gibraltar: eine der allgegenwärtigen Kanonen. Der zugehörige Wachsoldat ist heute allerdings nur noch eine Schattengestalt.

Die letzten Tage des Tagebuchs berichten nur von mir an Bord. Dass Anke mit den zahllosen und eng getakteten heimischen Aufgaben den bei weitem anstrengenderen Part bewältigen muss, kann sich sicher jeder denken. Falls nicht, ist es hiermit gesagt. Sie hat einen vollen Terminplan, fast im Stundentakt, und das für rund 12 Tage. Als Trost winkt dann der Besuch von Freundin Kirsten aus den USA. Gemeinsam werden sie – nachdem sie den geplanten Flug nach Mallorca bereits auf Alicante umgebucht haben – hier an Bord aufschlagen. Worauf ich mich sehr freue.

Morgendämmerung beim Verlassen der Bucht von La Herradura. Auf geht´s nach Almerimar.
Angekommen in Almerimar. Mit dem Fenderbrett habe ich eine Gangway improvisiert, die besser funktioniert, als man glaubt.

In diesem Sinne und mit Vorfreude

Bleibt gesund und trotzt dem zur Zeit unschönen deutschen Sommer

Euer Martin

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