Fischer – Tagebuch vom 02.06. bis 20.06.2021

Fischer – Tagebuch vom 02.06. bis 20.06.2021

Am Hafen von Sao Pedro de Abufera trocknet die Wäsche an einem öffentlichen Trockenplatz. Der öffentliche Waschpavillon steht gleich nebendran, und wir vermuten, dass unter den waschenden Frauen zahlreiche Fischerfrauen sind.

Irgendwie war uns nicht ganz klar, wo wir eigentlich waren. Gut, Porto lag unmittelbar vor uns, ein paar Meter flussauf. Aber lagen wir in Sao Pedro de Abufera oder in Villa de Gaja? Die Douro Marina gab mal dies und mal das an. Bis wir heraus hatten, das eine war ein Ortsteil, das andere der Ort. Nur was ist was? Ehrlich gesagt, ich – Martin – hab es bis heute nicht begriffen. Aber das ist nicht wichtig. Wichtig ist, dass in Sao Pedro de Abufera viele Menschen noch heute in recht althergebrachter Weise leben. Da wird die Wäsche in den Gassen zum Trocknen aufgehängt, oder eben in dem großen Trocknungsarrangement am Hafen. Letzteres nicht ohne Grund, denn unmittelbar daneben gibt es einen Pavilllon, indem sich eine öffentliche Waschanlage befindet. Dort wird noch nach alter Arten gewaschen. Per Hand, und in steinernen Zubern bzw. Becken. Leider haben wir nur die flatternden Ergebnisse mitbekommen, nicht die vorausgehende Arbeit. Fotos an den Flanken des Pavillons zeigen die Waschwirklichkeit. Sie zeigen allerdings auch viel Spaß, und dass es so etwas wie ein Fest der Waschkönigin geben muss. Leider nicht jetzt, wo wir doch so gerne mitgefeiert hätten. Aber das Stichwort Fotos erlaubt mir den Schwenk zum eigentlichen Anlass. Die Bank, die die lokalen Fischer unterstützt, die „Banco de Pescadores – Praja de Aguda“, hat eine fotografische Dokumentation der noch aktiv arbeitenden Kleinfischer angeregt. Sicher in der Erkenntnis, dass es sich bei den Vertretern der lokalen Klein- und Kleinstfischerei auch um Vertreter eines aussterbenden Berufs bzw. eines Lebens handelt, den bzw. das es in Zukunft in dieser Form nicht mehr geben wird. Die Fotos wurden von Tiago Martins und der Associação Culturo Curto Espaço erstellt.

Eine kleine Auswahl geben wir hier gerne wieder, denn diese Menschen und ihre Lebenswirklichkeit kann man hier in Sao Pedro noch antreffen. Und wir hoffen noch lange.

Jose Novo Maganinho
Jorge Alberto Soares Batista
Joaquim da Silva Ferreira Canhola
Moisés Gomes Chilro
Carlos Oliveira Maganinho

Dagegen darf unser aktueller Tagebucheintrag gerne etwas zurückstehen. Doch es gibt ihn ebenfalls, und er ist hier zu finden. Ansonsten dürfen wir schon mal anmerken, dass wir Porto und Lissabon bereits verlassen und soeben einen kleinen Stopp in Sines eingelegt haben.

Euch allen alles Gute und bleibt gesund,
Martin und Anke

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