Angekommen in Porto

Angekommen in Porto

Porto ist eine phantastische Stadt. Seit unserem Besuch 2004 hat sich zwar viel verändert, aber nicht zum Schlechten. Und vieles ist geblieben und wird bleiben. Das Wahrzeichen der Stadt, die Brücke des Gustave Eiffel über den Douro und die Portweinhäuser beispielsweise.

Gestern sind wir nach einem ungewöhnlich kurzen Schlag von knapp 17 Seemeilen bzw. etwas über 4 Stunden – was auf den wenigen Wind hinweist – in Porto angekommen. Einem Ort auf der Liste unserer „kleinen“ Traumziele. Auf der letzten Reise hatten wir uns nicht in den Douro hineingetraut. Diese Flusspassage war in den damaligen Führern als sehr schwierig beschrieben. Heute gibt es im Fluss eine Marina und die Wassertiefen sind, wenn man die Tide beachtet, unkritisch. Nur die teils sehr heftigen Tidenströmungen können besonders bei den Manövern in der Marina für Probleme sorgen. Daher hatten wir unsere Ankunftszeit genau geplant und erreichten den Douro kurz nach Tidehochwasser, als der Ebbstrom noch kaum lief. Heute werden wir eine erste Erkundung São Pedro de Afuradas vornehmen und freuen uns schon mächtig. Hinter dem Namen verbirgt sich ein kleines, in den Nebengassen noch sehr ursprüngliches Fischerstädtchen und der Ort, an dem die Marina errichtet wurde.

Seit wir A Coruña erreicht hatten (s. letzter Eintrag), ist einiges passiert. Per Mietwagen haben wir den Wallfahrtsort Santiago de Compostela, Ziel aller Jakobspilger, die Dünen bei Corrubedo und das Kap Finisterre besucht. Dann ging es weiter. Die Strecke und zwei Stopps – in der Bucht bei Camariñas vor Anker, bei Muros wieder in einer Marina – zeigten uns diese Küste vor allem von ihrer rauen Seite. Grauer Himmel, tief an den Küstengebirgen hängende Wolken, Nebel, Dunst, Regen und Kälte. Und auch Wind und Schwell. Die Lufttemperatur ging auf 14° C zurück, und die Wassertemperatur dank arktischen Kaltwassers, das vor dieser Küste an die Oberfläche dringt, auf 14,7° C. Verwundert empfingen wir Nachrichten aus Deutschland, in denen von Temperaturen von deutlich über 30° C die Rede war.

Annäherung an den Torre de Hercules. In der Umgebung des Turms ist ein sehr naturnah gestalteter Park und ein beeindruckender Skulpturenpfad entstanden. Beides ausgesprochen ansprechend.
Was uns hier blüht, haben wir noch nicht recherchiert, aber wir werden es schon rausbekommen.
Der Torre de Hercules
Die Menhir-Familie des Skulpturengartens
Die Muskelpakete des Herkules – hier in moderner Interpretation – finden bei Anke ebenfalls Anklang.
Die Kathedrale von Santiago de Compostela, frisch restauriert erscheint sie uns wesentlicher strahlender als bei unserem ersten Besuch 2004.
Eine ungewöhnliche Orgelausstattung. Wenn wir es richtig verstanden haben, gibt es in der Kathedrale zwei gegenüberliegende Orgeln von denen beide zusätzlich mehrere Fanfarenkaskaden in das Kirchenschiff strecken. Das muss ein wahrhaft himmlisches Gebrause geben, wenn hier die Organisten in die Vollen gehen. Ein Organist allein kann dieses musikalische Wunderwerk wahrscheinlich nicht bewältigen.
Die Dünen bei Corrubedo
Nahezu menschenleeres Badeparadies vor den Dünen von Corrubedo. Blöd, dass wir vergessen haben, eine Decke und Badeklamotten einzupacken. Da besteht eindeutig noch Verbesserungspotential.
Der Leuchtturm am Kap Finisterre

Unbedingt ankern wollten wir bei den Islas Cies, genauer vor der Isla del Norte. An den Aufenthalt an diese Insel hatten wir viele, schöne Erinnerungen. Doch diesmal sah die Welt ganz anders aus. Der Atlantikschwell – weiter draußen blies es offenbar recht heftig – kam um die Insel herum geschwabbert, und der Nordwind sorgte dafür, dass wir genau quer zu den Wellen lagen. Dazu kam ein reger, die ganze Nacht anhaltender Fischerverkehr, der für zusätzliche Unruhe sorgte. Folge: eine schlaflose Nacht. Wir ließen uns den Inselausflug dennoch nicht nehmen, was bei dem herrschenden Wind kräftiges Rudern erforderte, da wir unserem Außenborder nicht trauten. Das Anlandemanöver mit dem Banana-Boot gelang halbwegs. Nur Anke wurde reichlich nass, also die halbe Crew. Dann folgten nette Spaziergänge auf der Insel. Doch noch so eine schlafkose Nacht wollten wir hier nicht verbringen. Also verholten wir uns nach Bayona, die Stadt, in der die Pinta, eines der beiden zurückkehrenden Schiffe der Kolumbus-Flotte, mit der Nachricht einer Neuen Welt, die man als solche noch gar nicht erkannt hatte, den Landfall im alten Europa machte.

Grau in Grau – vor Anker bei Camariñas
Diese meist alten Gebilde finden wir überall in Galizien. Wir rätseln, ob es sich um Vorratsschuppen handelt, oder womöglich um so etwas wie eine hausnahe Familiengruft.
Die Ankerbucht bei der Isla Norte
Besuch bei der Isla Norte – kein Wunder, denn wir beginnen gerade zu grillen.

Auf Bayona folgten Etappen, die sich etwas mehr der Vorstellung vom Blauwassersegeln annäherten: Segeln bei blauem Himmel und strahlender Sonne – Luft allerdings  immer noch frisch – moderate Winde, blaues Wasser, die Segel ziehen ein sanft schwebendes Boot. Mehrfach kam sogar der Parasailor zum Einsatz. Wenn er denn steht – er braucht viel Vorbereitung – dann ist es stets ein eindrucksvoller Geselle, der da vor dem Bug herumtanzt. Wenig kooperativ war übrigens die Fischwelt. Keinerlei Anbisse. Dafür diverse Köderverluste. Doch egal. Nach einem kurzen Stopp in Povoa de Varzim war Porto zum greifen nah. Also: Nichts wie hin.

Bayona beeindruckt mit einer famosen Altstadt sowie einer hervorragend erhaltenen alten Festung.
Blick von den Festungsmauern auf die nahegelegenen Islas de Cies.
Wirkt fast wie ein Manta – der Parasailor gegen das Licht aufgenommen.

Und hier sind wir nun. In Porto angekommen. Wir werden natürlich Portwein verkosten, den guten luftgetrockneten Schinken goutieren und selbstverständlich auch unsere Weinbestände aufstocken, z. B. mit dem von uns so geliebten Vinho Verde.

Es grüßen Euch – ob daheim oder irgendwo in der Weltgeschichte – voller Vorfreude von den Ufern des Douro

Anke und Martin

3 Gedanken zu „Angekommen in Porto

  1. Hi ihr beiden Abenteurer,
    Alte Erinnerungen kommen bei mir auf; in 2019 habe ich dieselben Orte mit der Bank von Bremen aufgesucht. Es ist ein fantastisches Revier, wenn auch nicht einfach.
    Während Wappen von Bremen gerade umgekehrt ist, Cascais und Madeira nicht anläuft und ich mich mit meiner kleinen Yacht in Nord- und Ostsee aufhalte (gerade in Tunø), wünsche ich euch eine coronafreie Weiterfahrt. Genießt den Süden! Könnte ja auch sein, dass Corona für wenige Bewegung auf dem Wasser sorgt, so dass ihr mehr die Einsamkeit an ausgewählten Orten habt.
    Stets eine Backstagsbrise 4 Bft. wünscht
    Otto

    1. Hi Otto,
      vielen Dank für die lieben Grüße. An Thunö haben wir schönste Erinnerungen, ein Ort, den wir wirklich lieben.
      Vielleicht kann das Wappen ja noch ein paar Rias erkunden. Oder einige der hübschen Ecken in der Bretagne. Wäre doch schön.
      Auch Dir und allen SKWBlern eine schöne und vor allem coronafreie Zeit
      Martin und Anke

  2. Bom dia, tolle Bilder und Beschreibungen. Wir sind dort letztes jahr gewesen und nach einem C19 Winter in Lagos jetzt auf den Azoren /Terceira. Wir kommen aber auch noch Mal an die Iberische Küste. Weiter so mit eurem Blog und fair winds

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