Le Panier

Le Panier

Wall-Art haben wir den Blogbeitrag genannt, in dem wir uns erstmals mit Fassadenmalerei als Kunstform beschäftigt haben. Natürlich sind wir seitdem etliche Male auf interessante und uninteressante „Werke“ gestoßen, manches auch schlicht Schmiererei.

In Marseilles Panier, dem Viertel gleich nördlich des Vieux Ports, dessen Geschichte oder Wurzeln möglicherweise bis auf 6. Jh. v. Chr. zurückgeht, als griechische Siedler dort die Kolonie Massilia gründeten, das ein erstes Ziel der Einwanderer aus vielerlei Ländern wurde, von Korsen, Italienern und wie wir Anfang der Achtziger feststellen konnten, von vielen Nordafrikanern, und das sich heute doch deutlich gewandelt hat, das alte „Le Panier“, um es korrekt zu  benennen, ist kaum noch zu erkennen, wenig Afrikaner, viele Künstler, auch Lebenskünstler, viel Alternatives, viel Szene, also in dem „Le Panier“, da stießen wir auf eine bunte Mischung aus Kunst, und noch nicht ganz Kunst in jeder Ecke, an fast jeder Fassade, auf Türen und Toren, die wir einfach nicht vorenthalten wollen. (Dieser Satz hätte aus mehreren bestehen können, aber er soll einer lieben Freundin langer Sätze Freude bereiten. 😉) Es folgt daher eine kleine Fotostrecke. Motivbedingt sind viele der Fotos hochkant, was für einen Blogbeitrag im Querformat nicht ganz ideal ist, aber da müsst ihr jetzt einfach durch.

Zur Einstimmung: Straßenszene vor etwa 120 Jahren in Le Panier. Die Häuser wurden seit der Antike auf immer den gleichen Parzellen gebaut und wurden folglich höher und höher, für Wachstum in der Fläche gab es keinen Platz.
Deutliche Folge des Platzmangels: schmal, aber hoch!
Martin sucht das alte Le Panier, das, das er vor vierzig Jahren kennen gelernt hatte, aber ohne Erfolg …
… er findet City-Dschungel …
… und nur gelegentlich eine Fassade, die an früher erinnert. Doch die ist bereits in viel zu gutem, geradezu renoviertem Zustand. –
So sehen die Gassen heute aus, immer noch schmal, hoch bebaut, schattig. Vor 40 Jahren gab es keine Bäume, keine Pflanzkübel, keine Blumenkästen. In den Gassen liefen viele verschleierte Frauen, und es stank etwas. Denn das Straßenpflaster sah noch ganz anders aus, und viele Abwässer flossen einfach über die Rinne in der Straßenmitte dahin. Heute ist diese eher eine Erinnerung an das Gewesene, denn unter ihr verbirgt sich ein Abwasserkanal.
Man sieht, es hat sich viel gewandelt. Aber jetzt geht es wirklich los mit der Motiven aus Le Panier
Glücklicherweise hat sich auch King Kong trotz Pastis-Genuss nicht hinreißen lassen, Teile von Marseille zu verwüsten.
Schon die Vorstellung von King Kong genügte dem Künstler offenbar für dieses Motiv
Oha
Le Panier als Herz Marseilles in naiver Darstellung
Gelegentlich wird die Kunst recht plastisch – hier der Eingang in eine Bibliothek …
… oder sie nimmt praktische Züge an.
Hier waren wir uns über den Sinn nicht ganz schlüssig. Wohnen wir einer Performance bei, oder handelt es sich schlicht um alltägliches Leben?
Und wie immer, aller Genderei zum Trotz, bevorzugtes Motiv ist die Frau (oder sind das hier Mischwesen?)
Hier wird das Motiv eindeutig …
… und hier geradezu zum Klassiker der femme.
Dies ist sicher das am weitesten verbreitete Frauenmotiv im Le Panier (vergleiche die Variation auf dem Beitragstitelbild). Wir haben eine ganze Handvoll entdeckt.
Na, ab und zu gibt es auch maskuline Motive, nicht nur von hinten, wie hier …
… vielleicht etwas kopflos …
… oder auch in seiner ganzen männlichen Eitelkeit (die gelegentlich ja mit Kopflosigkeit gepaart sein kann).
In aller Unschuld ein kleiner Prinz zum Abschluss. Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass die letzten drei Motive vom gleichen Künstler stammen, allerdings – wir kennen ihn nicht.

Inzwischen haben wir Frankreich verlassen und sind sogar schon über Barcelona hinaus. Aber das folgt in den nächsten Beiträgen. Und wer die nicht verpassen will, der kann sie abonnieren. Das geht auf dem Weg über die Seite Kontakte, oder indem man einfach hier klickt.

Es grüßen Euch

Martin und Anke

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