Eine amerikanische Tradition

Eine amerikanische Tradition

Eine amerikanische Tradition in Italien? In Marina di Ragusa? Der Reihe nach. Dieser Beitrag kommt zwei Monate zu spät. Man könnte auch sagen, er ist aus der Zeit gefallen. Andererseits gilt auch, besser spät als nie, oder alternativ besser jetzt oder nie. Die Veranstaltung, um die es hier geht, fand deutlich vor Weihnachten und dem Jahreswechsel statt. Für einen Mitteleuropäer hat der Anlass je nach Verwurzelung in den hiesigen religiösen Traditionen eine gewisse Bedeutung, oder er existiert gar nicht. Anders in anderen Kulturen. Dort ist der Tag, um den es geht, von zentraler Bedeutung im Jahreslauf, und er wird entsprechend aufwendig begangen. Und Aufwand heißt, dass jedes Begängnis eine Zusammenkunft von zig Menschen bedeutet.

In der Folge ist dieses, üblicherweise im Rahmen der Familie oder enger Freunde begangene Event mit generalstabsmäßigen Vorbereitungen verbunden. So auch in unserem Fall. Ein für uns im Verborgenen wirkendes, mindestens vierköpfiges Orgateam strukturierte alle Schritte und Arbeiten. Fast bis zum letzten Handgriff. Einige Tage vor dem Ereignis waren die Tiere beim Schlachter geordert. Tische und Bestuhlung war organisiert, Materialien für Dekorationszwecke beschafft. Drei Tage vor dem Tag der Tage wurden Aufgaben und Rezepte an die in die Vorbereitungen eingebundenen Crews verteilt. Zwei Tage davor wurden die meisten Zutaten beschafft und erste Gewürze zu einer Beize gemischt, auf das sie sich miteinander verbanden. Am letzten verbleibenden Tag wurden erste Vorbereitungen für die Stegdekorationen unternommen und letzte Absprachen getroffen. Außerdem war die Beize auf und in die Geflügel zu applizieren. Am Morgen des Tages aller Tage gab es zunächst einen UKW-Funkappell. Allgemeiner Anruf an alle Beteiligten und Bestätigung der Bereitschaft. Fünfzehn Minuten später kam die Order: „Öfen an, vorheizen!“ Nach weiteren 15 Minuten folgte: „Truthähne in die Öfen!“ Und so ging es weiter. Bis zum Sekt- und Shot-Empfang so gegen 14:00. Von da an gab es weitgehend nur noch die Genußseite des Events.

Wovon ich rede resp. schreibe? Vom Thanksgiving. Das wir zusammen mit unseren Stegnachbarn feiern konnten und durften. Da diese Feier mit einem kulinarischen Schwelgen verbunden war, stellten sich natürlich schnell die Fragen, was gab es? Wie ward es gemacht? Deshalb hier verlinkt eine Zusammenstellung der wichtigsten Zutaten samt Anleitungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.